Sarkozy will bei illegalen Roma durchgreifen
Räumung der Lager und Ausweisung
Frankreichs Präsident Sarkozy greift wieder einmal zum «Kärcher». Diesmal hat er die Sinti und Roma im Visier, die in meist illegalen Lagern leben. Er plädierte für eine Änderung der Einwanderungsgesetze, um ihre Ausweisung zu erleichtern. ...
Fenster schliessen Frankreichs Präsident Sarkozy greift wieder einmal zum «Kärcher». Diesmal hat er die Sinti und Roma im Visier, die in meist illegalen Lagern leben. Er plädierte für eine Änderung der Einwanderungsgesetze, um ihre Ausweisung zu erleichtern.
(ddp) Nach Ausschreitungen zwischen der Polizei und einer Gruppe von Roma hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Schliessung aller illegalen Lager dieser Bevölkerungsgruppe angeordnet. Bei einem Regierungstreffen am Mittwoch sagte Sarkozy, alle Sinti und Roma, die ohne gültige Papiere in Frankreich lebten, würden ausgewiesen.
Nachdem die Polizei vor knapp zwei Wochen im Loire-Tal einen jungen Roma bei einer Verkehrskontrolle erschossen hatte, verwüsteten aufgebrachte Angehörige dieser ethnisch-kulturellen Minderheit das örtliche Polizeirevier. Diejenigen, die für die Verwüstungen verantwortlich seien, müssten «hart bestraft» werden, sagte Sarkozy.
Er plädierte für eine Änderung der Einwanderungsgesetze, um die Ausweisung «aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit» zu erleichtern. Er warf den «gens de voyage» Kinderhandel und -ausbeutung sowie Prostitution vor. Vertreter der Minderheit waren zu dem Treffen am Mittwoch, an dem neben dem Innen-, Justiz- und Einwanderungsminister auch hochrangige Polizeifunktionäre teilnahmen, nicht eingeladen.
Sarkozys harte Hand gegen Randgruppen hat schon früher für Kritik gesorgt. Nach den Krawallen in den Banlieues hatte er gesagt, man müsse die Jugendkriminalität «mit dem Kärcher» ausmerzen.